Solar_Flare_AR2151_2014_08_24_hires

Sonnenflare AR2151

Es ist Sonntag nachmittag, der 24. August 2014, gegen 14.15 Uhr. Endlich reißen die Wolken auf. In Erwartung eines sonnigen Nachmittags öffne ich meine Sternwarte und schaue mit meinem 100mm ED-Refraktor und einem 0,5 Angström SolarSpectrum H-alpha-Filter plus TZ-4 in strahlend blauen Wolkenlücken auf die H-alpha Sonne. Es ist viel los in der Chromosphäre. Das Seeing ist nicht berauschend – wie immer am Nachmittag, wenn sich der Boden erwärmt hat, aber na ja, man kann sich das Wetter in diesem August 2014 eben nicht aussuchen … Videotechnik und Stacking werden das beste daraus machen.

Routinemäß fahre ich den Sonnenrand ab und bin sofort elektrisiert: Ein Flare, der sich relativ schnell von der Sonnenoberfläche entfernt. Wie ich später auf Spaceweather.com herausfinde, oberhalb der Aktiven Region 2151. Die Eruption kann noch eine Stunde lang auf dem Videobild der Skyris 274M verfolgt werden kann. Bis der Flare so lichtschwach und verdünnt ist, dass er sich selbst bei 20 Millisekunden Belichtungszeit nicht mehr vom Himmelshintergrund abhebt. Jetzt wäre es schön gewesen, zwei Filter gleichzeitg zu betreiben: Zum einen für einen hochaufgelösten Ausschnitt, zum anderen für ein Monitoring der gesamten Sonne.

Nachdem das Schauspiel vorbei war, wechselte ich auf den kurzbrennweitigen Pentax 75 mit dem Telezentrischen System TZ-2 und blendete auf 30mm Öffnung ab, um ein Öffnungsverhältnis von f/28 zu erreichen. Nach dem Stacking montierte ich dann den eine Stunde zuvor aufgenommenen Flare in das Bild der gesamten Sonne. Schade, dass ich den Beginn des Flares um nur 15 Minuten verpasst habe. Dennoch bin ich dankbar für das wunderbare Erlebnis, live diese energiereiche Eruption der Stärke M5,6 verfolgen zu dürfen. Der Sonntagnachmittag ging mit Detailaufnahmen der anderen Regionen der recht aktiven Sonne zu Ende. 100 Gigabyte Videodaten warten auf die Auswertung.

Bernd Koch

Bernd Koch
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