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Hochaufgelöste Detailaufnahmen im H-alpha Bereich

Auch hier gilt im Prinzip uneingeschränkt, was im Bereich für Hochaufgelöste Detailaufnahmen im Weißlicht beschrieben wurde. NUR Aufnahmen mit Videomodulen und der „Lucky Imaging“ Aufnahmetechnik bringen Spitzenresultate. Das gilt sowohl für Bilder der Oberfläche als auch für Aufnahmen von Randprotuberanzen.

Die Bilder demonstrieren die Vorteile der Lucky Imaging Technik auch in der H-alpha Fotografie. Aus einem Videostraem vom 22.4.2012 (800 Einzelbilder), das schlechteste, das beste und das Wavelet geschärfte Rohsummenbild

Die Bilder demonstrieren die Vorteile der Lucky Imaging Technik auch in der H-alpha Fotografie. Aus einem Videostraem vom 22.4.2012 (800 Einzelbilder), das schlechteste, das beste und das Wavelet geschärfte Rohsummenbild

Einige Hinweise:

Strukturen der H-alpha Sonne können sich sehr schnell verändern, so zum Beispiel Sonnenflares oder eruptive Protuberanzen. Hier ändern sich Bilddetails schon innerhalb von 10 oder 20 Sekunden. Es empfiehlt sich also die Rohbilder der Avifiles in einem möglichst kurzen Zeitraum aufzunehmen. Das erfordert eine hohe Downloadgeschwindigkeit der Einzelbilder (frs = frames per second) der entsprechenden Videokamera. Hier bietet sich z.B. die SkyRis Aptina 132M Kamera an. Sie bietet bei einer Bildgröße von 1280 x 960 Pixel eine Downloadgeschwindigkeit von bis zu 60 Bilder pro Sekunde. Wählt man kleinere Ausschnitte des Bild (ROI = Region of Interest) kann die Downloadgeschwindigkeit bis zu 180 Bilder pro Sekunde gesteigert werden.

Weitere Informationen zu den SkyRis Videomodule finden auch hier: http://www.baader-planetarium.de/skyris/index.htm

Das Bild zeigt einen Teil der Oberfläche mit einer aktiven Protuberanz. Belichtet wurde auf die Oberfläche der Sonne.

Das gleiche Gebiet des Sonnenrandes, nun auf die Helligkeit der Protuberanz belichtet. Erst jetzt wird die komplette Größe der Struktur sichtbar. Beide Aufnahmen mit SolarSpectrum Filter, 0.5 Angström HWB.

Das gleiche Gebiet des Sonnenrandes, nun auf die Helligkeit der Protuberanz belichtet. Erst jetzt wird die komplette Größe der Struktur sichtbar. Beide Aufnahmen mit SolarSpectrum Filter, 0.5 Angström HWB.

Es gelingt selten Details auf der Oberfläche gleichzeitig mit Protuberanzen am Sonnenrand zufrieden stellend abzubilden. Dazu müssen die Randprotuberanzen schon extrem hell sein. So ist es in den meisten Situationen einfacher je ein Bild der Oberfläche und eines der Protuberanz aufzunehmen und nach Endverarbeitung beider Bilder diese zusammen zu setzen. Die Belichtungszeiten für die Oberfläche liegen bei f/30 ungefähr bei 1/120 bis zu 1/200 Sekunde, die für Protuberanzen in mittlerer Helligkeit ungefähr bei 1/15 bis 1/30 Sekunde.
Belichtet man auf die Oberfläche werden auch die hellsten Bereiche einer Randprotuberanz sichtbar, die schwachen Ausläufer bleiben jedoch unsichtbar.

Will man Überbelichtungen bei der Aufnahme starker Flares vermeiden, so dass auch in den hellsten Bereichen noch Details sichtbar werden, geht die Belichtungszeit für die Einzelbilder auch schnell in den Bereich 1/1.000 Sekunde.

Eruptive Randprotuberanzen können extreme Höhen über dem Sonnenrand erreichen, so dass man gegebenenfalls auf die Mosaiktechnik zurückgreifen und zwei oder drei Rohsummenbilder zusammen montieren muss.

Die beiden Bilder verdeutlichen den Effekt der Abdeckung der überbelichteten Sonnenoberfläche mit einer Maske in der Bildverarbeitung

Die beiden Bilder verdeutlichen den Effekt der Abdeckung der überbelichteten Sonnenoberfläche mit einer Maske in der Bildverarbeitung

Protuberanzen haben meist so interessante Strukturen (und können sich ebenfalls sehr schnell verändern), dass es sich empfiehlt die Bilder mit einer abgedeckten dunklen Sonnenoberfläche zu präsentieren. Bei der Aufnahme der Einzelbilder des Avifiles ist die Sonnenoberfläche ja weiß überbelichtet. Das stört oft bei der Bildpräsentation. Bei der Endbearbeitung des Bildes kann man die überbelichtete Sonnenoberfläche als Auswahl markieren und mit schwarzer oder sehr dunkelgrauer Farbe füllen. So bekommt eine Bilddarstellung, die den Aufnahmen aufgenommen mit klassischen Protuberanzenansätzen ähneln und sehr ästhetisch aussehen.

© 2015: Text und alle Abbildungen (Ausnahmen gekennzeichnet): W. Paech

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